Haarausfall bei Männern

3 Formen männlichen Haarverlusts und was man dagegen tun kann

Ungefähr jeder zweite Mann ist von krankhaftem Haarausfall betroffen, also von Haarausfall, der den normalen Verlust von 50 bis 100 Haaren täglich deutlich übersteigt. Meist setzt die androgenetische Alopezie, wie der erblich bedingte männliche Haarausfall in der medizinischen Fachsprache genannt wird, ab dem 20. Altersjahr ein. Doch es gibt auch noch andere Formen des Haarausfalls, die mit der Genetik nichts zu tun haben. Wir zeigen, was Mann tun kann, damit die Haarpracht möglichst lange erhalten bleibt.
Meist ist der Haarausfall bei Männern erblich bedingt. Doch es gibt auch andere Ursachen. Wir zeigen, welche Mittel helfen.
Geheimratsecken, Stirnglatze, schütteres Haar - Haarausfall ist ein leidiges Thema für viele (junge) Männer.

Androgenetische Alopezie – genetisch bedingter Haarausfall

Oft liegt es in der Familie, wenn einem jungen Mann nach und nach die Kopfhaare ausfallen. Schuld ist Testosteron, das männliche Sexualhormon. In der Kopfhaut wird Testosteron zu Dihydrotestosteron (DHT) abgebaut, ein Zwischenprodukt, das beim Zellstoffwechsel entsteht. Weil die Haarwurzeln auf das DHT relativ empfindlich reagieren, verkürzt sich die Wachstumsphase der Haare und die Haarfollikel sterben ab. Neue Haare können keine mehr nachwachsen.
Da diese Art des Haarverlusts lediglich auf diese Überempfindlichkeit der Haarwurzeln auf das DHT zurückzuführen ist und nicht, wie vielfach angenommen, auf einen Überschuss an Testosteron, kann Haarausfall auch Frauen treffen. Allerdings macht sich bei ihnen der Haarverlust mittels lichtem Haar im Scheitelbereich und nicht durch Geheimratsecken oder Stirnglatze bemerkbar.

Behandlung

Medikamente
Wie und wie viele Haarwurzeln später aufgrund des DHT absterben, ist schon bei der Geburt vorgegeben. Leider hilft dagegen kein Shampoo oder eine ähnliche Therapie.
Was man allerdings tun kann: Bei den ersten Anzeichen Medikamente nehmen. Diese darf man dann allerdings bis zum Lebensende nicht mehr absetzen, ansonsten fallen die Haare aus. Wen diese lebenslange Einnahme nicht stört, für den ist das eine adäquate Lösung. Der vorherige Gang zu einer Dermatologin oder einem Dermatologen ist unumgänglich – je früher desto besser. Suchen Sie oben rechts auf dieser Seite direkt nach einem Spezialisten in Ihrer Nähe.

Haartransplantation
Mit den heutigen Haartransplantationsmethoden können gute Ergebnisse erzielt werden, die meist sehr lange anhalten. Bei einer Transplantation werden am Hinterkopf Haarwurzeln entnommen und an den kahlen Stellen wieder eingesetzt. Diese Prozedur ist allerdings aufwändig und teuer. Die Krankenkassen zahlen meistens nicht.

Alopecia areata – kreisrunder Haarausfall

Eher selten ist der sogenannte kreisrunde Haarausfall, von dem bereits Kinder betroffen sein können. Merkmal der Alopecia areata sind mehrere runde Lücken im Haar, die sowohl am Kopf und im Gesicht als auch am Körper auftreten können – auch bei völliger Gesundheit. Allerdings konnte ein gehäuftes Vorkommen des kreisrunden Haarausfalls bei Neurodermitis-, Heuschnupfen-, Vitiligo (Weissfleckenkrankheit)- oder Schilddrüsenstörungspatienten festgestellt werden.
Im Gegensatz zur androgenetischen Alopezie sterben die Haarfollikel bei dieser Form des Haarverlusts nicht ab, nur ihr Wachstum setzt aus. Forscher vermuten als Ursache, dass das Immunsystem Abwehrzellen falsch leitet und diese sich als Folge gegen Bausteine des Haares richten, was schliesslich die Haarwurzeln blockiert.

Behandlung

Da die Haarfollikel wie erwähnt nicht absterben, können bei dieser Form des Haarausfalls die Haare wieder nachwachsen. Nicht immer ist dafür eine Therapie nötig; bei vielen Patienten mit schwacher Alopecia areata löst sich das Problem mit den kahlen Stellen von selbst und die Haare wachsen nach.
Ob und wie das Problem allenfalls behandelt werden soll, kann nur in Rücksprache mit einer medizinischen Fachperson entschieden werden. Allerdings handelt es sich bei jeder Form der Therapierung des kreisrunden Haarausfalls um eine Symptom- und keine Ursachenbekämpfung, d.h. die Haare wachsen zwar wieder nach, können zu einem späteren Zeitpunkt aber erneut ausfallen.

Effluvium diffusum – diffuser Haarausfall

Der sogenannte diffuse Haarausfall sorgt nicht für kahle Stellen, wie sie beim genetisch bedingten oder beim kreisrunden Haarausfall vorkommen, sondern führt zu dünner werdendem Haar und Haarverlust am gesamten Kopf. Wie und warum das passiert, ist wissenschaftlich nicht abschliessend geklärt. Meist beginnt der Haarausfall relativ schnell und an keiner bestimmten Stelle.
Bei vielen Betroffenen gingen dem diffusen Haarausfall ein grippaler Infekt, Fieberanfälle mit sehr hoher Temperatur oder chronische Entzündungen voraus.
Aber auch eine falsche Ernährung, aufgrund der der Körper nicht ausreichend mit Spurenelementen, Eiweissen und weiteren für die Haarwurzel wichtigen Nährstoffen versorgt wird, kann eine Ursache sein.

Behandlung

Um das Problem angehen zu können, muss zuerst durch eine medizinische Fachperson die Ursache für den diffusen Haarausfall geklärt werden.
Je nachdem ist eine Ernährungsumstellung bzw. -anpassung oder das Absetzen eines Medikaments nötig, um den Haarausfall zu stoppen und das Haarwachstum wieder anzuregen.

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