Gesunde Hitze

Schön schwitzen in Sauna und Hammam

Wenn man sich müde und antriebslos fühlt, ist es Zeit für eine Ruhepause im Hammam oder in der Sauna. Während man die Wärme und die Ruhe geniesst, wird die Durchblutung angekurbelt, das Immunsystem gestärkt, der Körper regeneriert sich und das Wohlbefinden steigert sich. Um einen möglichst positiven gesundheitlichen Effekt zu erzielen, gilt es beim Schwitzen aber das eine oder andere zu beachten.
Schwitzen in der Sauna oder im Hammam für Gesundheit und Schönheit.
Ob alleine, zu zweit oder in der Gruppe: Regelmässiges Schwitzen ist eine Wohltat für Körper und Geist.

Orient oder Skandinavien?

Die hierzulande bekanntesten Schwitzbäder sind einerseits das Hammam, wo Reinigung, Pflege und Entspannung im Fokus stehen, und andererseits die finnische Sauna, wo es – ob sitzend oder liegend – eigentlich nur um eins geht: ums Schwitzen.

Wie im hohen Norden – Sauna

Bei der skandinavischen Variante des Warmraums herrschen traditionsgemäss 80 bis 100 Grad, die Luftfeuchtigkeit ist tief. Diese kann aber durch Aufgüsse stark erhöht werden, was sich bei tiefem Ein- und Ausatmen positiv auf die Atemwege auswirkt. An einigen Orten werden den Aufgüssen ätherische Öle beigegeben – das ist in Finnland allerdings nicht üblich.
Doch auch ohne solche Aufgüsse haben regelmässige Saunagänge viele positive Auswirkungen auf die Gesundheit. Die Effekte eines Saunabesuchs auf den Körper sind mit denen eines leichten Sportprogramms zu vergleichen: Der Blutfluss in die Haut steigt, die Blutgefässe weiten sich, der Blutdruck wird gesenkt, das Herz schlägt schneller, die Atmung wird stärker aktiviert und man fängt an zu schwitzen. Während aber beim Sport die Muskeln belastet werden, sorgt der Saunagang für deren Entspannung.

Saunagang – so geht’s

Die Vorbereitung

  • Am Tag des Saunabesuchs sollte man gesunde und leichte Kost zu sich nehmen, etwa frisches Gemüse, Früchte, Fisch oder Geflügel.
  • Vor dem Gang ins Holzhäuschen gilt es, sich gründlich zu reinigen, damit der Schweiss ungehindert aus den Drüsen gelangen kann. Warmes Wasser macht dem Körper das Schwitzen einfacher.

Der Saunagang

  • Die Schwitzzeit von 10 bis allerhöchstens 20 Minuten sollte nicht überschritten werden. Auch nicht, wenn man sich auf einer der unteren, tendenziell leicht kühleren Ebenen niedergelassen hat.
  • Ob man sitzend oder liegend schwitzt, spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, sich zu entspannen. Bewegen kann man sich später wieder.

Die Abkühlung

  • Die erste Abkühlung erfolgt direkt nach dem Verlassen der Sauna durch die tieferen Temperaturen. Idealerweise geht man kurz an die frische Luft.
  • Anschliessend folgt die Abkühlung durch sehr kaltes Wasser. Dabei ziehen sich die Blutgefässe wieder zusammen und der Blutdruck steigt. Zudem wird Adrenalin ausgeschüttet.
  • Danach folgt die Entspannung auf einer Liege. Dabei unbedingt etwas anziehen. Anschliessend den Saunagang wiederholen.

Um das Beste für sich und seinen Körper herauszuholen, sollte man den Saunagang drei Mal – nicht mehr – wiederholen und dies wiederum ein bis zwei Mal pro Woche. Auch in den Sommermonaten.
Nach dem Saunabesuch heisst es: viel Wasser trinken. Zwischen den Saunagängen sollte man seinem Körper allerdings keine Flüssigkeit zuführen, weil dies den Entschlackungsprozess, der durch das Schwitzen angeregt wird, unterbricht.

Don‘ts

Falls man erkältet ist, frische Wunden hat oder unter Alkoholeinfluss steht, sollte man von einem Saunabesuch absehen. Ausserdem ist Patienten, die einen Herzinfarkt hatten sowie solchen mit Venenthrombosen oder sonstigen Venenproblemen davon abzuraten. Auch bei Herzrhythmusstörungen oder -schwäche sollte man nicht ohne vorgängige Abklärung beim Arzt in die Sauna gehen.

Wie in 1001 Nacht – Hammam

Beim Besuch eines orientalischen Dampfbads stehen Reinigung und Pflege der Haut nach arabischem Vorbild im Vordergrund. Doch auch hier wird geschwitzt und natürlich entspannt.
Die im traditionellen Stil gehaltenen Hammams bestehen meist aus mehreren Räumen, die auf einem Rundgang nacheinander besucht werden. Die Temperaturen bewegen sich zwischen 30 und 50 Grad. Wem die Sauna also zu heiss ist, der findet im Hammam eine gute Alternative. Die Effekte auf die Gesundheit sind beim Hammambesuch ähnlich wie beim Saunagang. Insbesondere die Haut profitiert von der zusätzlichen Pflege durch die Peelings.

Hammam-Besuch – so geht’s

  • Der Rundgang beginnt in vielen Hammams in der Dusche, wo man die Haut vor Betreten der Wellnesslandschaft kurz mit warmem Wasser auf die anschliessende Reinigung vorbereitet.
  • Im Sogulkluk – einem Kräuterdampfbad – geht es darum, sich während 10 bis 15 Minuten an die Wärme und die erhöhte Luftfeuchtigkeit zu gewöhnen.
  • Im nächsten Raum folgt ein Ganzkörperpeeling. Mit einem Peelinghandschuh, Kese genannt, wird der Körper von Fuss bis Hals fest abgeschrubbt, um abgestorbene Hautschüppchen zu entfernen. Danach übergiesst man sich mit Wasser. Aufenthaltsdauer: 5 bis 10 Minuten.
  • Beim nächsten Schritt – Sicaklik – steht die Erholung im Zentrum. Im angenehm warmen Wasser kann man sitzend oder liegend die Ruhe geniessen.
  • Nach Aufwärmen, Peeling und Erholung folgt für 10 bis 15 Minuten das Kräuterdampfbad Bingül. Im heissen Dampf öffnen sich die Poren und man fängt an zu schwitzen. Der Körper wird entgiftet und entschlackt.
  • Im Lif reibt man sich schliesslich mit Hilfe eines Peelinghandschuhs von unten nach oben mit Seife ab, bevor man den Schaum mit warmem Wasser wieder abspült.
  • Den Abschluss macht der warme Nabelstein, auf dem man sich während 10 bis 15 Minuten liegend entspannt und die Ruhe geniesst.

Viele Hammams bieten verschiedene Massagen oder Pflegepackungen an, die zusätzlich gebucht werden müssen. Vielerorts inbegriffen sind Tee und kleine (orientalische) Snacks.

Gut zu wissen

Im Hammam wird keine Badekleidung getragen. Beim Besuch erhält man vor Ort ein Pestemal, ein traditionelles Leinentuch, das man um den Körper wickelt. Während die Hammams im Orient strikt nach Geschlechtern getrennt sind, können Frauen und Männer das Bad in der Schweiz gleichzeitig besuchen. Einige bieten abgetrennte Räume für Frauen an oder sogenannte Women-only-Tage.
Risikopatienten, wie sie oben beschrieben wurden, sollten mit einem Arzt sprechen, bevor sie ein Hammam besuchen. Ebenso schwangere Frauen.

Gesund und schön durch Hitze

  • Regelmässige Sauna- oder Hammambesuche stärken das Immunsystem.
  • Die Hitze und das Schwitzen senken die Blutfettwerte und regen gleichzeitig die Produktion der weissen Blutkörperchen an. Diese sind entscheidend für die Abwehr von Krankheitserregern.
  • Durch die heisse Luft wird die Durchblutung der Haut stark angekurbelt und die Poren werden geöffnet. Dadurch können Schadstoffe schneller abtransportiert werden. Das sorgt für ein frisches, junges Hautbild. Zudem wird der Stoffwechsel der Haut angeregt. Sie kann leichter mit Nährstoffen versorgt werden und ihre natürliche Schutzbarriere einfacher aufbauen.
  • Wer im Winter wegen Kälte und Dunkelheit von schlechter Stimmung geplagt ist, kann diese im Hammam oder in der Sauna aufhellen.

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