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Food Trends: Das kommt 2017 auf den Teller

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Food Trends: Das kommt 2017 auf den Teller

Food ist Lifestyle und so gibt es auchbei der Ernährungständig wechselnde Modetrends. New Flavoring, brutal lokal, no waste: Was uns 2017 vorgesetzt werden soll. 

Essen ist in unseren Breiten längst nicht mehr nur Nahrungsaufnahme, vielmehr sind die persönlichen kulinarischen Vorlieben für viele ein Statement - getreu dem Motto „Du bist, was du isst“. Trendforscher, Feinschmecker und Hobbyköche sind sich mehrheitlich einig über die Tendenzen, die 2017 schick werden:

New Flavoring oder die Geschmacksexplosion

Die österreichische Ernährungswissenschaftlerin und Trendforscherin Hanni Rützler verfasste zahlreiche Bücher zum Thema Future Food und gibt jährlich ihren „Food Report“ heraus. Für 2017 sagt die Expertin unter anderem das „New Flavouring“ als grosses Thema voraus: Gemäss Rützler wurde nie zuvor so viel Energie in die Wiederentdeckung vergessener sowie in die Entwicklung neuer Aromen und Geschmacksstoffe investiert wie heute. So zeigen gemäss dem Report denn auch Produzenten, Köche und Konsumenten ein starkes Interesse an neuen Rohstoffen oder Zutaten. Wer 2017 trendy sein möchte, zeigt also Mut zum Experiment.

Convenience 3.0 oder Restaurants ohne Gäste

Beim Lieferdienst eine Pizza zu bestellen, ist so vorgestern. Wer etwas auf sich hält, lässt sich stattdessen die präzise abgewogenen Zutaten samt Rezept zum Selber-Kochen oder direkt das Sterne-Menü vom Spitzenkoch nach Hause liefern. Der Lieferservice-Markt lässt sich ständig neue Konzepte einfallen, um der Nachfrage nach gesundem und frischem Essen zu genügen. Einige Restaurants gehen bereits so weit, inzwischen rein auf Lieferservice zu setzen.

Lowcarb Pasta und Gemüsenudeln

Kohlenhydrate haben es nicht leicht: Als Dickmacher stigmatisiert, ist es modern, sie weitgehend vom Menüplan zu streichen. Wer sich low carb und/oder glutenfrei ernährt, aber trotzdem nicht auf Pasta verzichten möchte, kann auf immer mehr Alternativen zurückgreifen: In der modernen Küche bestehen Nudeln längst nicht mehr aus Weizen, sondern aus Quinoa, Linsen, Edamame und Kichererbsen. Oder aus Gemüse-Spiralen.

Zucchini-Spaghetti Aglio Olio

Rezeptfür 1 Portion

  • 1 Zucchini
  • 1 kleine Chilischote
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL Olivenöl
  • 2 EL Parmesan, gerieben oder in Spalten geschnitten
  • frisches Basilikum, grob gehackt
  1. Die Zucchini mit einem Spiralschneider oder Sparschäler in Streifenform schneiden.
  2. Knoblauch zusammen mit der Chilischote fein hacken. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, die Knoblauch-Chiliwürfel kurz anbraten.
  3. Zucchini-Spaghetti dazugeben und 1 bis 2 Minuten mitbraten, mit Salz und Pfeffer würzen.
  4. Mit Parmesan und Basilikum servieren.

Brutal lokal - regional reicht nicht mehr

Der Trend zu regionalen Zutaten wird sich weiter zuspitzen, meint Hanni Rützler vom deutschen Zukunftsinstitut in ihrem «Food Report 2017». Je näher am Herd das Produkt wächst, desto besser - Rützler nennt das „brutal lokal“. Verschiedene Spitzen-Restaurants haben diesen Trend bereits aufgegriffen und züchten ihr Grünzeug direkt im Lokal. 

Alles so schön bunt hier!

Muss der Blumenkohl eigentlich immer weiss, die Kartoffel braun und der Mais gelb sein? Keineswegs. Im Trend liegt denn auch Gemüse, das auf Basis alter, fast vergessener Sorten nachgezüchtet wurde, und den Klassikern nicht nur farblich, sondern auch geschmacklich erfrischend neue Noten verleihen. Wundern Sie sich also nicht, wenn künftig öfter mal lila Blumenkohl, roter Mais oder purpurfarbener Spargel auf Ihrem Teller landet. 

Jackfruit ist das neue Hühnchen

Vegane Ernährung findet immer mehr Anhänger, doch wem es bislang schwerfiel, sich mit Fleischersatz-Produkten anzufreunden oder gar gänzlich auf saftige Burger zu verzichten, findet in der Jackfrucht eine interessante Alternative. Die bis zu einem Meter lange und zehn Kilogramm schwere brasilianische Frucht ist im Begriff, Tofu als Fleischersatz abzulösen: Das unreife Fruchtfleisch ähnelt in der Konsistenz Hühnchen- oder Schweinefleisch und lässt sich genauso gut braten, grillieren oder dünsten. Das Fruchtfleisch eignet sich für vegane Currys ebenso gut wie für Wok-Gerichte oder eben als Burger-Einlage.

Jackfruit-Fleisch für Burger, Wrap und Döner

Rezept für 4 Burger

  • Eine grüne Jackfruit (zB. im Asialaden) oder eine Dose junge grüne Jackfrucht in Salzwasser (kein Sirup!)
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Zwiebel
  • 3 Knoblauchzehen
  • 4 Burgerbrötchen
  • Gewürze nach Wahl mischen: zB. Salz, Pfeffer, Paprika, Chilli
  • BBQ-Sauce
  • Gemüse nach Wahl: zB. Salatblätter, Gurke, Tomate
  1. Jackfruit-Stücke abspülen und gut abtropfen lassen.
  2. Die Gewürzmischung in eine Schüssel geben, Jackfruitstücke in die Schüssel geben und alles gut vermengen.
  3. Zwiebel halbieren und in feine Streifen schneiden.
  4. Öl in eine Pfanne geben, Zwiebel bei mittlerer Hitze ca. 4 Minuten karamellisieren.
  5. Knoblauch fein hacken, mit den Jackfruit-Stücken in die Pfanne geben und ca. 5 Minuten scharf anbraten.
  6. Jackfruit mit zwei Gabeln in Fasern teilen, die Konsistenz liegt zwischen Schweinefleisch und Hühnerfleisch.
  7. Burger-Brötchen im Ofen oder im Toaster leicht anrösten, mit Salat und Gurkenscheiben belegen.
  8. Die Fruchtfleischfasern auf die Burger-Brötchen geben und nach Belieben mit BBQ-Sauce, Senf, Ketchup würzen.

In diesem Jahr sollen gemäss Food-Experten zudem Sauerkraut sowie die portugiesische und japanische Küche wichtige Themen werden. Algen, Ayurveda-Küche, Street Food und Detox-Drinks bleiben hip. Und die US-Stars setzen weiterhin auf Knochenbrühe, die mitunter bereits statt Kaffee zum Frühstück getrunken wird. Warum nicht?

Über einen weiteren Food Trend darf man sich aber ganz besonders freuen:

Leaf to root, nose to tail, no waste

Statt nur die besten Filetstücke eines Schlachttiers zu verwerten, liegt es im Trend, auch Innereien zuzubereiten und einfachere Teile des Tieres in Wurst oder Eintöpfen zu verwenden. Nachhaltiges Schlachten und Verwertung des ganzen Tieres stehen auf dem (Speise-)Plan. Dasselbe gilt für Gemüse: So zeigt zB. das neue Kochbuch «Leaf to root», dass viele Gemüseteile wie etwa Karottenkraut, Melonenschalen oder Bohnenblätter, die normalerweise im Abfall landen, delikat zubereitet werden können.

Auch Initiativen wie Culinary Misfits und Foodsharing setzen auf Verwertung statt Verschwendung: Erstere setzen sich dafür ein, dass von Handelsnormen abweichendes Obst und Gemüse nicht mehr einfach entsorgt wird, Zweitere halten Private und Supermärkte dazu an, einen Überschuss an Lebensmitteln nicht wegzuwerfen, sondern unter jene Leute zu bringen, die Bedarf daran haben.

Drei absolut sinnvolle Tendenzen, zumal wenn man bedenkt, dass von den vier Milliarden Tonnen Lebensmitteln, die jedes Jahr weltweit produziert werden, rund 1,3 Milliarden Tonnen im Müll landen, derweil 795 Millionen Menschen auf der Welt Hunger leiden.

2017 steht also neben Experimentierfreude und gesunder Ernährung vermehrt auch ein gutes Gewissen auf der Menükarte. In diesem Sinne En Guete!

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