Sonnencreme & UV-Schutz: Welcher LSF ist der richtige?
Endlich Sommerzeit: Ob beim Sport, am See oder auf dem Spielplatz – die Sonne lockt uns nach draussen. Doch UV-Strahlung birgt Risiken für die Haut. Stand 2026 empfehlen Dermatologen und das Bundesamt für Gesundheit (BAG) neben dem Aufenthalt im Schatten die konsequente Nutzung hochwertiger Sonnencremes. Erfahren Sie hier, wie Sie den passenden Lichtschutzfaktor (LSF) berechnen und welche UV-Filter sich für wen eignen.
Sonnenschutz kompakt
Die wichtigsten Fakten zum Thema Sonnenschutz auf einen Blick:
- Die 60-Prozent-Regel
- Reizen Sie die theoretische Schutzzeit Ihrer Sonnencreme maximal zu 60 Prozent aus. Die genaue Berechnung finden Sie in unseren FAQs.
- Regelmässig nachcremen
- Tragen Sie Sonnencreme alle zwei Stunden neu auf – besonders nach dem Schwimmen oder Schwitzen. Wichtig: Nachcremen verlängert die Schutzzeit nicht, sondern erhält sie nur.
- Mittagssonne meiden
- Zwischen 11:00 und 15:00 Uhr ist die UV-Strahlung am intensivsten. Suchen Sie in dieser Zeit gemäss BAG-Empfehlung den Schatten auf.
- Besonderer Schutz für Kinder
- Kinderhaut ist extrem dünn. Verwenden Sie mindestens LSF 30, besser LSF 50+. Babys im ersten Lebensjahr gehören gar nicht in die direkte Sonne.
- UV-Index prüfen
- Ab einem UV-Index von 3 sind Sonnenschutzmassnahmen erforderlich. In den Bergen oder am Wasser ist die Belastung durch Reflexion deutlich höher.
Ein guter Sonnenschutz kombiniert stets Sonnencreme, schützende Kleidung und das richtige Verhalten im Freien.
Wichtige Begriffe rund um den Sonnenschutz
Lichtschutzfaktor (LSF)
Gibt an, um welchen Faktor sich die Eigenschutzzeit der Haut durch das Auftragen der Sonnencreme theoretisch verlängert. Er bezieht sich primär auf den Schutz vor UVB-Strahlen.
UVA- und UVB-Strahlen
UVB-Strahlen dringen in die Oberhaut ein und verursachen Sonnenbrand. UVA-Strahlen dringen tiefer ein und sind massgeblich für die vorzeitige Hautalterung verantwortlich.
Eigenschutzzeit
Die Zeitspanne, in der sich die ungeschützte Haut selbst vor UV-Schäden schützen kann. Bei hellen Hauttypen (Typ 1) beträgt sie oft weniger als 15 Minuten.
Die Wahl des richtigen Produkts hängt vom Verständnis dieser Grundbegriffe ab.
Chemische vs. mineralische UV-Filter im Vergleich
Chemische UV-Filter
Funktionsweise & Vorteile
Chemische (organische) Filter dringen in die oberste Hautschicht ein, absorbieren die UV-Strahlen und wandeln sie in Wärme um. Sie ziehen schnell ein, hinterlassen keinen weissen Film und eignen sich gut für den Sport oder unter Make-up.
Einwirkzeit & Nachteile
Sie benötigen in der Regel 15 bis 30 Minuten Einwirkzeit, bevor sie ihren vollen Schutz entfalten. Bei sehr empfindlicher Haut können manche chemische Filter allergische Reaktionen auslösen.
Für wen geeignet?
Ideal für Erwachsene ohne sensible Haut, die eine leichte Textur für den Alltag oder sportliche Aktivitäten suchen.
Mineralische UV-Filter
Funktionsweise & Vorteile
Mineralische (physikalische) Filter wie Zinkoxid oder Titandioxid legen sich wie winzige Spiegel auf die Haut und reflektieren die UV-Strahlen. Der grosse Vorteil: Sie wirken sofort nach dem Auftragen und gelten als sehr gut verträglich.
Einwirkzeit & Nachteile
Die Schutzwirkung ist sofort vorhanden. Allerdings sind diese Cremes oft zähflüssiger und können einen weissen Film (Weisseln) auf der Haut hinterlassen, was das Verteilen etwas mühsamer macht.
Für wen geeignet?
Die erste Wahl für Babys, Kleinkinder, Schwangere und Menschen mit sehr empfindlicher Haut oder Neigung zu Allergien.
In 5 Schritten zum optimalen Sonnenschutz
Mit der richtigen Vorbereitung und Anwendung schützen Sie Ihre Haut effektiv vor UV-Schäden. So gehen Sie am besten vor:
1
Hauttyp und UV-Index bestimmen
Schätzen Sie Ihre Eigenschutzzeit realistisch ein (bei sehr heller Haut oft unter 15 Minuten). Prüfen Sie zudem den aktuellen UV-Index, um die Strahlungsintensität am Aufenthaltsort zu kennen.
2
Richtige Menge auftragen
Seien Sie nicht sparsam. Als Faustregel für Erwachsene gelten etwa 3 bis 4 Esslöffel Sonnencreme für den gesamten Körper. Tragen Sie chemische Filter rund 20 Minuten vor dem Sonnenbad auf.
3
Sonnenterrassen nicht vergessen
Cremen Sie empfindliche Stellen wie Ohren, Nase, Lippen, Nacken und die Fussrücken besonders sorgfältig ein. Diese Areale sind der Sonne stark ausgesetzt und verbrennen schnell.
4
Konsequent nachcremen
Erneuern Sie den Schutz alle zwei Stunden. Auch wasserfeste Sonnencremes verlieren durch Abtrocknen, Schwitzen oder den Kontakt mit Sand an Wirkung.
5
Schatten und Kleidung nutzen
Sonnencreme allein bietet keinen 100-prozentigen Schutz. Tragen Sie zusätzlich eine Sonnenbrille, einen Hut und schützende Kleidung. Suchen Sie bei starker Sonne, insbesondere über Mittag, den Schatten auf.
Wenn Sie Veränderungen an Muttermalen feststellen oder ein schwerer Sonnenbrand mit Blasenbildung auftritt, sollten Sie umgehend eine Hautärztin oder einen Hautarzt konsultieren.
Häufige Fragen zu Sonnencreme und LSF
Nein. Ein LSF 15 filtert bereits rund 93 Prozent der UVB-Strahlen. Ein LSF 30 filtert etwa 97 Prozent und ein LSF 50 blockiert rund 98 Prozent. Der Unterschied in der Filterleistung ist im oberen Bereich also gering, die theoretische Schutzzeit verlängert sich jedoch entsprechend.
Multiplizieren Sie Ihre Eigenschutzzeit mit dem Lichtschutzfaktor (z. B. 10 Minuten x LSF 30 = 300 Minuten). Dermatologen raten jedoch dringend, maximal 60 Prozent dieser Zeit (in diesem Fall 180 Minuten) auszunutzen, da die perfekten Laborbedingungen in der Realität durch Schwitzen oder Abrieb selten erreicht werden.
Ja. Bis zu 80 Prozent der UV-Strahlen durchdringen Wolken. Auch im Schatten sind Sie der Streustrahlung ausgesetzt, weshalb ein UV-Schutz im Freien weiterhin notwendig ist.
Achten Sie auf das Tiegel-Symbol auf der Verpackung. Meist ist Sonnencreme nach dem Öffnen 12 Monate haltbar (Symbol "12M"). Wenn sich Konsistenz, Farbe oder Geruch verändern, sollte das Produkt entsorgt werden.
Bei spezifischen Hautproblemen oder Allergien lohnt sich eine individuelle Beratung in der Apotheke oder beim Hautarzt.
